Rudergerät: Wasser, Luft oder Magnet?

Drei Bauarten, drei Arten, Widerstand zu erzeugen. Was die Hersteller selbst darüber schreiben – und was die Geräte unseres Vergleichs dazu an Daten mitbringen.

Das Prinzip in einem Satz je Bauart

  • Magnet: Man wählt eine Stufe – am Knopf, am Griff oder am Trainingscomputer.
  • Wasser: Blätter drehen im Wassertank; der Widerstand hängt an der Wassermenge und am eigenen Tempo.
  • Luft: Ein Windrad bremst; wer kräftiger zieht, spürt mehr Widerstand.

So steht es in den Beschreibungen der Hersteller, die wir unten zitieren. In unserem Vergleich arbeiten 13 Geräte mit Magnet, 6 mit Wasser und 2 mit Luft. Wasser und Luft stehen bei uns in einer Klasse, weil der Widerstand bei beiden mit dem Zug wächst.

Magnet: Widerstand per Stufe

Die Hersteller sprechen von Magnetbremse, Elektro-Magnetbremse oder Wirbelstrombremse. Sportstech nennt beim PROwer ein „Elektro-Magnetbremssystem mit 32 fein abgestuften Widerstandsstufen“ (Sportstech). Beim MERACH R15 Pro wählt man „16 Widerstandsstufen in Echtzeit über die Tasten am Griff“ (MERACH). Bei anderen Geräten dreht man einen Knopf am Gerät oder unter dem Griff.

Die Magnetgeräte im Vergleich nennen 8 bis 32 Stufen. Mehr Stufen heißen nicht mehr Widerstand: Sie teilen denselben Bereich nur feiner auf, und wie weit der Bereich reicht, nennt kaum ein Hersteller. In unsere Punkte gehen die Stufen deshalb nicht ein. Die Magnetgeräte kosten 159,99 € bis 749,00 € und wiegen 19,1 bis 43,6 kg.

Wasser: Widerstand aus dem Tank

MERACH nennt beim R28R1 als Widerstandsanpassung „Wassermenge und Rudergeschwindigkeit“ (MERACH). Sportstech schreibt zum WRX500, der Widerstand passe sich „automatisch an deine Zugstärke an“ (Sportstech); laut Anleitung bietet „die maximale Füllmenge den schwersten Widerstand“ (Anleitung). Wenoker beschreibt beim RW10 sechs markierte Füllstände, mit denen man „das grundlegende Widerstandsgefühl durch Hinzufügen oder Entfernen von Wasser“ anpasst (Wenoker).

Eingestellt wird also vor dem Training über die Füllmenge, im Training über das eigene Tempo. Im Tank drehen Blätter – beim WRX500 laut Sportstech 16 Turbinenblätter. Die Tanks im Vergleich fassen 12 bis 22 Liter. Die Wassergeräte kosten 286,99 € bis 799,99 € und wiegen leer 16,5 bis 30 kg.

Luft: Widerstand am Windrad

„Dank unseres Windrad-Designs bestimmen Sie selbst die Intensität Ihres Trainings“, schreibt Concept2 zum RowErg (Concept2). Auf seiner englischen Seite zur Luftklappe wird Concept2 deutlicher: „the harder you pull, the more resistance you will feel“ – und zwar gleich, wo die Klappe steht (concept2.com). Die Luftklappe daran ist laut Anleitung „mit der Gangschaltung eines Fahrrads vergleichbar“; sie beeinflusst das Rudergefühl, „jedoch nicht direkt den Widerstand“. Für das Ausdauertraining empfiehlt Concept2 dort eine Einstellung von 3 bis 5 (Concept2-Anleitung).

Beide Luftgeräte im Vergleich – MERACH R50 und Concept2 RowErg – haben einen offenen Rahmen mit langer Schiene. Sie gehören zu den längsten Geräten: Der Concept2 RowErg ist laut Hersteller aufgebaut 244 cm lang. Dafür lässt sich der Concept2 RowErg in zwei Teile zerlegen; senkrecht hinstellen soll man ihn laut Anleitung nicht.

Im Vergleich: was die Bauarten mitbringen

BauartGerätePreis (Stand 30.10.2026)GerätegewichtLänge aufgebautMit App
Magnetwiderstand13159,99 € bis 749,00 €19,1 bis 43,6 kg152,3 bis 190 cm9 von 13 (davon 3 nur laut Angebot)
Wasserwiderstand6286,99 € bis 799,99 €16,5 bis 30 kg182,1 bis 210 cm6 von 6 (davon 1 nur laut Angebot)
Luftwiderstand2509,99 € bis 1.189,99 €26 bis 33,3 kg242 bis 244 cm2 von 2

Preise und Gewichte sind Spannen über die Geräte unseres Vergleichs, keine Aussage über die Bauart insgesamt. Die Länge ist die erste Maßangabe der Hersteller zum aufgebauten Gerät.

Rudern ohne Strom?

Das hängt am einzelnen Gerät, nicht allein an der Bauart. Ein Netzteil brauchen laut Hersteller Sportstech PROwer und MERACH R15 Pro – beide mit elektronisch verstellter Magnetbremse; MERACH schreibt zum R15 Pro: „Dieses Gerät benötigt ein 12V/2A Netzteil“ (Anleitung). Bei den Wasser- und Luftgeräten mit Angabe – MERACH R28R1, MERACH R50 und Concept2 RowErg – laufen nur die Anzeigen mit Batterien; beim Concept2 speist zusätzlich das Windrad den Monitor. Auch 2 Magnetgeräte kommen laut Hersteller mit Batterien aus: TRETMANN Rivo und Wenoker R20 Pro. Für 14 Geräte nennen die Quellen die Stromversorgung nicht.

Welche Bauart passt?

Wer feste, wiederholbare Stufen will, ist bei Magnet richtig – dort steht die Zahl auf dem Display. Wer den Widerstand über das eigene Tempo steuern will, wählt Wasser oder Luft. Wer wenig Platz hat, sollte vor der Bauart auf das Verstauen schauen: Das steht im Ratgeber Rudergerät klappbar und platzsparend: Was die Maße sagen. Zur Lautstärke nennt nur ein Hersteller im Vergleich einen Wert in dB; vergleichen lässt sie sich deshalb nicht.

Die Testsieger der beiden Klassen

Testsieger sind in der Klasse Magnet der MERACH Q1s mit 96 von 100 Punkten und in der Klasse Wasser und Luft der Concept2 RowErg mit 99 von 100 Punkten. Alle 21 Geräte, nach Klassen sortiert: zum Rudergeräte-Vergleich.

Quellen

Gerätedaten: Herstellerangaben und Angebote, Stand 30.10.2026. Wir kaufen die Geräte nicht und messen nicht selbst. Zum Rudergeräte-Vergleich · Zur Kaufberatung