Luftreiniger-Kaufberatung: CADR, Raumgröße, Filterkosten

Was der CADR sagt, wie man die Raumgröße selbst rechnet, was Filter im Jahr kosten und warum Lüften nötig bleibt – jede Aussage mit Quelle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reinigungsleistung entscheidet, nicht die Quadratmeterzahl. Der CADR sagt, wie viel gereinigte Luft ein Gerät pro Stunde liefert. Die Flächenangaben der Hersteller entsprechen rechnerisch 1,6 bis 5,5 Luftwechseln pro Stunde – bei gleichem CADR liegen sie damit bis zum Faktor 3,4 auseinander.
  • Ein Sensor mit Automatik nimmt das Nachregeln ab. 14 der 19 Geräte haben laut Hersteller beides.
  • Filter kosten laufend Geld. Bei 9 Geräten lassen sich die Filterkosten aus Preis und Wechselintervall rechnen: rund 30 bis 64 € im Jahr (Stand 12.10.2026 laut Hersteller-Shop).
  • Lüften bleibt nötig. „Mobile Luftreiniger ersetzen nicht das Lüften, weil sie überschüssige Luftfeuchtigkeit und ausgeatmetes Kohlendioxid nicht abführen“, schreibt die Verbraucherzentrale NRW (Quelle).

Die Sieger unserer Wertung:

  • über 200 m³/h (Wohnzimmer und große Räume): Coway Airmega Mighty mit 99 von 100 Punkten
  • bis 200 m³/h (Schlafzimmer und kleine Räume): Dreo 338S mit 97 von 100 Punkten

Was ein Luftreiniger kann – und was nicht

Beim Filtern von Stäuben funktionieren Luftreiniger laut Verbraucherzentrale NRW gut: Partikelfilter wie HEPA-Filter können winzige Teilchen, Aerosolpartikel und Viren aus der Raumluft entfernen und auch Sporen und Pollen in der Raumluft reduzieren (Verbraucherzentrale NRW: Luftreiniger – Luftfilter oder Luftwäscher? (Stand 04.04.2026)).

Bei Gasen ist das anders. Das Umweltbundesamt schreibt: „Bei chemischen Gasen sind die Luftreiniger nicht so wirkungsvoll.“ Es fordert, zuerst die Ursache der Luftverunreinigung abzustellen (Umweltbundesamt: „Luftreiniger: Wie sinnvoll sind die neuen High-Tech-Geräte?“ (26.09.2014)). Auch die Verbraucherzentrale NRW rät, eine Schadstoffquelle zu entfernen, statt einen Luftreiniger aufzustellen (Quelle).

Merke: Ein Luftreiniger ersetzt weder das Lüften noch ärztlichen Rat. Wer sich wegen einer Allergie oder Atemwegserkrankung ein Gerät anschaffen möchte, sollte laut Verbraucherzentrale NRW vorher ärztlichen Rat einholen, ob dadurch eine Besserung zu erwarten ist. Diese Seite vergleicht Geräte.

CADR: die Reinigungsleistung

CADR steht für „Clean Air Delivery Rate“. Der US-Herstellerverband AHAM, der das Prüfverfahren beschreibt, definiert ihn so: „Clean Air Delivery Rate (CADR) is a measure of the reduction rate (cleaning speed) of specific particulates by an air purifier or other filtration system in a controlled environment.“ Geprüft wird dort mit drei Partikelarten – Rauch, Staub und Pollen (AHAM (US-Herstellerverband): Frequently Asked Questions about Testing of Portable Air Cleaners (2020), S. 3 und 5).

In unserem Vergleich ist der CADR bei allen 19 Geräten belegt; er reicht von 58 bis 500 m³/h. Vergleichbar sind die Werte nur eingeschränkt: Eine Prüfnorm nennt der Hersteller bei 5 der 19 Geräte (GB/T 18801), die Partikelart nur ein Teil. Bei 2 Geräten ist der Wert aus der US-Einheit cfm umgerechnet (1 cfm = 1,699 m³/h): Blueair Blue Pure 511i Max, GoveeLife H7124. Was der Hersteller zum Wert angibt, steht auf jeder Produktseite.

KlasseGedacht fürAnzahlCADR laut HerstellerFläche, RechenwertRaum laut Hersteller
über 200 m³/hWohnzimmer und große Räume11229 bis 500 m³/h20 bis 43 m²22 bis 130 m²
bis 200 m³/hSchlafzimmer und kleine Räume858 bis 196 m³/h5 bis 17 m²11 bis 44 m²

Raumgröße: selbst rechnen

Wie groß ein Raum sein darf, hängt davon ab, wie oft die Raumluft pro Stunde durch das Gerät laufen soll – und genau hier rechnen die Hersteller verschieden. Teilt man den CADR durch das Volumen der angegebenen Fläche, ergeben sich 1,6 bis 5,5 Luftwechsel pro Stunde. Welche Annahme hinter einer Angabe steht, sagen nur wenige Hersteller dazu.

Wir zeigen deshalb für jedes Gerät zusätzlich einen einheitlichen Rechenwert:

Fläche = CADR ÷ (Luftwechsel × Raumhöhe) = CADR ÷ (4,8 × 2,44 m)

Das ist die Faustregel des Verbands AHAM: Geräte mit seinem Siegel tragen eine empfohlene Raumgröße „based on 4.8 Air Changes per Hour“, gerechnet für einen Raum mit 8 Fuß Deckenhöhe – das sind 2,44 m (AHAM: White Paper „Consumer Room Air Cleaners and Equivalent Air Changes per Hour“ (Januar 2026), S. 7 und 11). Beispiel Coway Airmega Mighty: 421 m³/h ÷ (4,8 × 2,44 m) ≈ 36 m². Der Hersteller selbst nennt 109 m².

Der Rechenwert ist keine Herstellerangabe und kein Prüfergebnis. Er macht die Geräte untereinander vergleichbar; wer mit weniger Luftwechseln auskommt, kann die Fläche mit derselben Formel größer rechnen. Die Tabelle für alle 19 Geräte steht in der Methodik.

Die Verbraucherzentrale NRW rät: Das Gerät muss von seiner Leistung zur Raumgröße passen und sollte leise arbeiten; bei einer Wohnung mit mehreren Zimmern seien gegebenenfalls mehrere Geräte notwendig (Quelle).

Sensor und Automatik

Ein Luftqualitätssensor erfasst die Partikel in der Raumluft; im Automatikmodus stellt das Gerät seine Stufe danach selbst ein. Ohne Sensor läuft es auf der Stufe, die man einstellt.

In unserer Wertung zählt nur beides zusammen: Ein Sensor ohne Automatik regelt nichts.

Lautstärke

Ein Luftreiniger läuft oft stundenlang, auch nachts. Die Hersteller nennen für 17 der 19 Geräte einen Wert für die leiseste Stufe, von 13 bis 27 dB; auf höchster Stufe sind es 44,1 bis 60 dB. Ob als dB oder dB(A) und für welchen Abstand, nennen nicht alle – die Zahlen sind deshalb nur eine Orientierung.

Zwei Regeln gelten bei uns: Nennen zwei Herstellerquellen verschiedene Werte, zählt und steht der höhere, mit dem Hinweis „Hersteller nennt zwei Werte“ (das betrifft Levoit Core 200S, Blueair Blue Pure 511i Max, Coway Airmega 50). Und fehlt die Angabe für die leiseste Stufe, gibt es dafür keine Punkte (Levoit Core Mini, Dreo 338S).

Das Umweltbundesamt empfiehlt – für Schulen geschrieben –, vor einer Beschaffung Kenndaten zur Geräuschentwicklung vom Hersteller einzuholen, damit kein störender Geräuschpegel im Raum entsteht (Quelle).

Filter und Folgekosten

Filterklasse

Bei 17 der 19 Geräte trägt der Filter laut Hersteller die Bezeichnung HEPA oder H13 – teils als Teil eines Markennamens –, bei 4 davon ausdrücklich die Klasse H13. Eine Prüfnorm für die Filterklasse nennt keiner der Hersteller – die Bezeichnungen sind also nicht ohne Weiteres vergleichbar, manche sind Markennamen. Deshalb zeigen wir die Filterklasse an, bewerten sie aber nicht. Das Umweltbundesamt empfiehlt für mobile Filtergeräte in Schulen möglichst Filter der Klassen H 13 oder H 14 (Quelle).

Aktivkohle

14 der 19 Geräte haben laut Hersteller einen Aktivkohlefilter, 2 haben keinen; bei den übrigen ist er nicht belegt. Aktivkohlefilter können laut Verbraucherzentrale NRW organisch-chemische Verbindungen wie Lösemittel binden; bei chemischen Gasen wie Formaldehyd seien Luftreiniger aber weniger wirkungsvoll (Quelle).

Filterwechsel und Kosten

„Die Filter müssen in jedem Fall regelmäßig ausgetauscht werden. Beachten Sie die Angabe des Herstellers zum Filterwechsel“, schreibt die Verbraucherzentrale NRW (Quelle). Für 17 der 19 Geräte nennen die Hersteller ein Intervall, von 6 bis 36 Monaten. Die Stiftung Warentest hat die Filter ihrer Prüfgeräte künstlich gealtert und schreibt: „Teils schaffen Geräte, die mit neuem Filter ein 16 Quadratmeter großes Schlafzimmer wirkungsvoll gereinigt haben, mit gebrauchtem Filter nur noch einen Bruchteil davon.“ (Stiftung Warentest: Luftreiniger, 23.04.2026)

Filterkosten pro Jahr rechnen wir nur, wo Preis und Intervall belegt sind – Preis des Ersatzfilters im Hersteller-Shop mal zwölf, geteilt durch das Intervall in Monaten. Nennt der Hersteller eine Spanne, rechnen wir mit dem kürzeren Abstand:

GerätErsatzfilterWechsel laut HerstellerFilterkosten im Jahr (gerechnet)
Philips 600 Series AC0651/1029,99 €alle 12 Monaterund 30 €
Philips 600i Series AC0650/1029,99 €alle 12 Monaterund 30 €
Coway Airmega 5024,99 €alle 8 Monaterund 37 €
Philips 900 Series AC0951/1338,99 €alle 12 Monaterund 39 €
Dreo 338S24,99 €alle 6 Monaterund 50 €
Winix 5500-259,00 €alle 12 Monaterund 59 €
Coway Airmega Jet59,99 €alle 12 Monaterund 60 €
Levoit Core 200S29,99 €alle 6 Monaterund 60 €
Levoit Core 300S31,99 €alle 6 Monaterund 64 €

Preise: Stand 12.10.2026 laut Hersteller-Shop. Für die übrigen 10 Geräte fehlt der Preis aus einem Hersteller-Shop für Deutschland oder das Intervall; beim Coway Airmega Mighty gilt der Preis für ein Filterset, dessen Teile verschieden lange halten.

Zum Vergleich: Die Stiftung Warentest nennt für die von ihr geprüften Geräte Ersatzfilter zwischen rund 40 und 85 Euro und Betriebskosten aus Strom und Filter von rund 65 bis 175 Euro pro Jahr (Quelle).

Ionisator und Ozon

2 der 19 Geräte haben laut Hersteller einen Ionisator beziehungsweise eine Plasmatechnik (Winix 5500-2, Coway Airmega Mighty); bei 2 davon lässt er sich laut Hersteller abschalten. Bei 12 Geräten beschreiben die Herstellerquellen weder Ionisator noch UV-Lampe, bei 5 lassen sie es offen.

Das Umweltbundesamt schreibt dazu:

„Bei Ionisations- und Plasmatechnologie kann aufgrund des physikalischen Prinzips im Gerät Ozon entstehen. Es wird empfohlen, Herstellerinformationen einzuholen, inwieweit Ozon als unerwünschtes Nebenprodukt bei einem bestimmten Gerät auch in den Innenraum gelangen kann.“Umweltbundesamt: „Mobile Luftreiniger: Nur als Ergänzung zum Lüften sinnvoll“ (11.02.2022, Textstand 11.02.2021; geschrieben für Schulen)

Eine gezielte Behandlung von Raumluft mit Ozon lehnt das Umweltbundesamt grundsätzlich ab (ebenda). Die Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt hält fest: „Wird beim Einsatz Ozon gebildet, besteht zudem die Gefahr, dass im Realbetrieb durch chemische Reaktion mit anderen Stoffen gesundheitsschädliche Reaktionsprodukte an die Raumluft abgegeben werden können“ (Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt: Stellungnahme zu mobilen Luftreinigern (16.11.2020), S. 4). Ob ein Gerät Ozon abgibt, sagen diese Quellen nicht – was der jeweilige Hersteller angibt, steht auf der Produktseite.

Grenzen: Lüften bleibt nötig

Ein Luftreiniger wälzt die Raumluft um, er tauscht sie nicht aus. Das Umweltbundesamt begründet damit seinen Rat für Schulen: „Da die Geräte weder CO2 noch Wasserdampf aus der Raumluft entfernen, empfiehlt das UBA weiter auch in der kalten Jahreszeit die Fensterlüftung als prioritäre Maßnahme.“ (Umweltbundesamt: „Mobile Luftreiniger: Nur als Ergänzung zum Lüften sinnvoll“ (11.02.2022, Textstand 11.02.2021; geschrieben für Schulen))

Allgemein, schon 2014, hieß es dort: „Das UBA ist daher grundsätzlich skeptisch gegenüber dem Einsatz solcher Luftreiniger und empfiehlt stattdessen, den Ursachen auf den Grund zu gehen und mehrmals am Tag zu lüften. Lüften ist immer noch die beste Art, Raumluft zu reinigen.“ (Umweltbundesamt: „Luftreiniger: Wie sinnvoll sind die neuen High-Tech-Geräte?“ (26.09.2014))

Wie man ein Gerät aufstellt und wie lange es laufen sollte, steht im Ratgeber Luftreiniger richtig aufstellen. Was die Quellen zu Allergien sagen: Luftreiniger für Allergiker: Was bringt er?

Was wir anzeigen, aber nicht bewerten

Filterklasse, Aktivkohle, App, Leistungsaufnahme, Filterwechsel und Folgekosten, die Raumgröße laut Hersteller, Ionisator, Zertifikate und Garantie stehen an jedem Gerät – in die Punkte fließen sie nicht ein. Bewertet werden nur die Sterne der Käufer, die Reinigungsleistung, der Sensor mit Automatik und die Lautstärke der leisesten Stufe. Zur Methodik

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 12.10.2026. Gerätedaten: Herstellerangaben und amazon.de, Stand 12.10.2026. Zurück zum Vergleich