Gasgrill auf dem Balkon: Was gilt, was passt?

Ob du auf dem Balkon grillen darfst, hängt laut Weber vor allem vom Mietvertrag und von der Rücksicht auf die Nachbarn ab – ein Gesetz verbietet es nicht, erlaubt es aber auch nicht ausdrücklich. Was die Hersteller zur Aufstellung schreiben und was die 15 Tisch- und Campinggrills unseres Vergleichs an Fläche, Gewicht und Gasanschluss mitbringen.

Die kurze Antwort

Ein Gesetz, das Grillen auf dem Balkon allgemein regelt, gibt es laut Weber nicht: „Grillen auf dem Balkon ist nicht per Gesetz verboten, aber auch nicht ausdrücklich erlaubt.“ (Weber) Entscheidend sind deshalb der eigene Mietvertrag, die Hausordnung und die Rücksicht auf die Nachbarn. Diese Seite gibt wieder, was die Hersteller schreiben; eine Rechtsberatung ersetzt sie nicht.

Was im Mietvertrag stehen kann

Weber beschreibt, warum es im Mietvertrag oft eine Regel gibt: „Der Mangel an rechtlichen Bestimmungen führt dazu, dass einige Vermieter im Mietvertrag das Grillen auf dem Balkon einschränken oder gleich ganz verbieten.“ Als Beispiel nennt Weber: „Eine solche Einschränkung kann zum Beispiel darin bestehen, dass kein Holzkohlegrill genutzt werden darf.“ Ob eine Klausel nur Holzkohle meint oder jedes Grillen, steht im jeweiligen Vertrag – deshalb zuerst Mietvertrag und Hausordnung lesen und bei Unklarheit beim Vermieter nachfragen.

Zur Frage, wie oft gegrillt werden darf, verweist Weber auf eine Reihe von Gerichtsurteilen, die „als Einzelfallentscheidungen anzusehen sind“, und schreibt: „Grundsätzliche Ge- und Verbote können daraus nicht abgeleitet werden.“

Rücksicht auf die Nachbarn

Steht im Vertrag nichts, bleibt die Rücksicht. Weber: „Ist das Grillen auf dem Balkon nicht Bestandteil des Mietvertrags, also auch nicht explizit verboten, gilt es, auf den Nachbarn Rücksicht zu nehmen.“ Als Streitpunkte nennt Weber Rauch und Lärm. Gegen Rauch empfiehlt der Hersteller ausdrücklich Gas oder Strom: „Um eine übermäßige Rauchentwicklung zu verhindern, lässt du den Holzkohlegrill beiseite und nutzt einen Gasgrill oder Elektrogrill auf dem Balkon.“

Ganz ohne Rauch grillt aber auch ein Gasgrill nicht: „Ob Fleischsaft oder Marinade – alles, was vom Fleisch in den Grillrost tropft, sorgt für Rauchentwicklung.“ Weber rät deshalb zu Grillplatten oder Tropfschalen und dazu, den Grill nach jedem Grillen zu reinigen, damit Reste beim nächsten Mal nicht verbrennen. Zur Lautstärke schreibt Weber: „Die gesetzliche Nachtruhe – die in den meisten Gemeinden von 22 bis 6 Uhr dauert – ist unbedingt einzuhalten.“

Was die Anleitungen zur Aufstellung verlangen

Gasgrills sind für draußen gebaut. CADAC begründet das so: „Gasgeräte benötigen für einen ordnungsgemäßen Betrieb eine Belüftung. Verwende dein Gerät daher nur im Freien.“ (CADAC) BURNHARD verkauft den WAYNE ausdrücklich als Balkongrill und schreibt in dessen Anleitung: „Dieser Gasgrill darf ausschließlich im Freien und an einem gut belüfteten Ort benutzt werden.“ (BURNHARD) Enders verlangt für den Urban II Pro: „Benutzen Sie den Gasgrill nur im Freien. Achten Sie darauf, dass der Gasgrill windgeschützt steht.“ Und: „Stellen Sie den Gasgrill auf eine ebene, stabile und feuerfeste Fläche.“ (Enders)

Wie viel Platz rund um den Grill frei bleiben muss, steht in jeder Anleitung anders:

  • Enders Urban II Pro (Tischgrill): zu brennbaren und hitzeempfindlichen Materialien „Der Abstand darf nicht geringer als 0,5 m sein.“ Über dem Grill dürfen bis zu einer Höhe von 1 m keine Gegenstände oder Gebäudeteile sein, gerechnet ab dem höchsten Punkt der geöffneten Haube.
  • BURNHARD WAYNE (Tischgrill): „Halte mit dem Grill einen Mindestabstand von 1,5 m zu allen brennbaren Materialien und 7,5 m zu allen brennbaren Flüssigkeiten ein.“ Dazu: „Der minimale Abstand zu Objekten jeder Art beträgt“ je 100 cm nach hinten, zur Seite und nach oben.
  • Clatronic GG 3590 (Grillwagen): „Der Abstand darf nicht geringer als 1 m sein.“ Über dem Grill dürfen laut Clatronic keine Gegenstände oder Gebäudeteile sein (Clatronic).

Ob ein Balkon diese Abstände hergibt, hängt vom Balkon ab. Maßgeblich ist immer die Anleitung des eigenen Geräts.

Gasflasche oder Kartusche

CADAC vergleicht die beiden Wege: „Eine nachfüllbare Gasflasche enthält mehr Gas und hält daher länger.“ Über Gaskartuschen schreibt der Hersteller: „Sie wiegen wenig und können nach dem Gebrauch entsorgt werden.“ Wer eine Flasche anschließt, braucht einen Druckregler: „Der Standardgasdruck in Deutschland und Österreich beträgt 50mBar.“

Wo die Flasche bleibt, wenn nicht gegrillt wird, regeln die Anleitungen ebenfalls. Enders: „Ausströmendes Flüssiggas ist schwerer als Luft und sinkt zu Boden.“ Deshalb: „Bewahren Sie die Gasflasche nicht im Haus, unter Erdgleiche (z.B. Keller, Schacht, Tiefgarage etc.) oder an unbelüfteten Plätzen auf, an denen sich ausströmendes Gas sammeln könnte.“ (Enders) BURNHARD ergänzt: „Lager keine Reserve-/Zusatz- oder nicht angeschlossene Gasflaschen unter oder in der Nähe des Gasgrills.“ (BURNHARD)

Was die Tisch- und Campinggrills im Vergleich mitbringen

Mehrere Hersteller nennen den Balkon ausdrücklich. Weber schreibt zum Q 1100N, man könne damit „auf kleiner Fläche, wie deiner Terrasse oder Balkon“ grillen (Weber); BURNHARD zum WAYNE: „Dank seiner kompakten Größe passt er dabei auch auf den kleinsten Balkon“ (BURNHARD); Campingaz zum Tour & Grill CV Plus: „Ob beim Camping, auf dem Balkon oder im Park“ (Campingaz). In seiner Kaufberatung beschreibt BURNHARD Tisch- und Balkongrills allgemein als „kompakter und leichter“, sie eigneten sich „perfekt für die urbane Nutzung auf kleinen bis sehr kleinen Balkonen und für Gelegenheitsgriller“ (BURNHARD). Auch einen Grillwagen bewirbt Enders so: Der San Diego Next 3 biete „Ideale Voraussetzungen für kleine Terrassen, Mini-Balkone“ (Enders). Bei uns steht der Enders San Diego Next 3 in der Klasse Grillwagen bis 3 Brenner – laut Hersteller 1.650 cm² Grillfläche und 17 kg.

In unserer Klasse Tisch- & Campinggrill (tragbar, für Balkon und unterwegs) stehen 15 Geräte. Ihre Grillfläche reicht laut Hersteller von 638 bis 2.100 cm², ihr Gewicht von 3,3 bis 25 kg, die Leistung der Hauptbrenner von 1,6 bis 6,4 kW. Davon haben 8 einen und 6 zwei Hauptbrenner; bei BERGER Koffergasgrill nennt der Hersteller widersprüchliche Brennerzahlen. Was ein zweiter Brenner bringt: Wie viele Brenner braucht ein Gasgrill?

Nur mit Gaskartusche laufen laut Hersteller 7 Geräte (SKOTTI Grill 2.0, Weber Q 1200N, Weber Go-Anywhere Gas, Weber Traveler Compact, Weber Q 1100N, Campingaz Tour & Grill CV Plus und CADAC Safari Chef 30 Compact), mit der Gasflasche 4 (BURNHARD WAYNE, BERGER Koffergasgrill, Campingaz Attitude 2100 LX und Weber Q 2200N mit Stand), wahlweise mit Kartusche oder Flasche 3 (Enders Urban II Pro, BURNHARD JONES und Enders Explorer II Pro); keine Angabe zur Gasart gibt es bei RÖSLE VIDERO G2-P. Einen Gasdruck nennen die Hersteller bei 7 der 15 Geräte, jeweils 50 mbar; ohne Druckangabe sind 8, davon 6 reine Kartuschengeräte. Alle Tisch- und Campinggrills, die leichtesten zuerst:

GerätGrillflächeGewichtHauptbrennerGas laut Hersteller
SKOTTI Grill 2.0638 cm²3,3 kg1 BrennerSchraubkartusche (EN 417)
CADAC Safari Chef 30 Compactkeine Herstellerangabe4,5 kg1 BrennerGaskartusche (227 g)
Weber Go-Anywhere Gas1.092 cm²7,22 kg1 BrennerGaskartusche (Einweg)
BURNHARD JONES1.064 cm²7,3 kg2 BrennerGaskartusche (mit Adapter Gasflasche)
Weber Q 1100N1.290 cm²9,1 kg1 BrennerGaskartusche (Einweg)
BERGER Koffergasgrill1.296 cm²10 kg1 oder 3 (widersprüchliche Angaben)Propan / Butan (Flüssiggas), 50 mbar
Campingaz Tour & Grill CV Plus1.200 cm²10 kg1 BrennerGaskartusche (CV 470 Plus), 50 mbar
Enders Explorer II Pro1.568 cm²10 kg2 BrennerPropan / Butan, alternativ Schraubkartusche, 50 mbar
Weber Q 1200N1.290 cm²11 kg1 BrennerGaskartusche (Einweg)
Enders Urban II Pro1.568 cm²12 kg2 BrennerPropan / Butan, alternativ Schraubkartusche, 50 mbar
RÖSLE VIDERO G2-P1.340 cm²12,5 kg2 Brenner50 mbar
BURNHARD WAYNE1.702 cm²13 kg2 BrennerPropan / Butan (Flüssiggas), 50 mbar
Weber Traveler Compact1.548 cm²17 kg1 BrennerGaskartusche (Einweg)
Weber Q 2200N mit Stand2.065 cm²21,5 kg1 BrennerFlüssiggas (Gasflasche)
Campingaz Attitude 2100 LX2.100 cm²25 kg2 BrennerFlüssiggas (Gasflasche), 50 mbar

Was heißt das für die Wahl?

  • Zuerst die Regeln: Mietvertrag und Hausordnung lesen; steht dort nichts, gilt laut Weber die Rücksicht auf die Nachbarn.
  • Leicht zum Tragen: Am wenigsten wiegen laut Hersteller SKOTTI Grill 2.0 (3,3 kg), CADAC Safari Chef 30 Compact (4,5 kg) und Weber Go-Anywhere Gas (7,22 kg).
  • Viel Grillfläche: Die größten Grillflächen der Klasse haben Campingaz Attitude 2100 LX (2.100 cm²), Weber Q 2200N mit Stand (2.065 cm²) und BURNHARD WAYNE (1.702 cm²).
  • Kartusche oder Flasche: Kartuschen wiegen laut CADAC wenig, eine Flasche hält länger und braucht einen Druckregler. Gelagert wird die Flasche laut Enders-Anleitung weder im Haus noch im Keller.
  • Bestbewertet in der Klasse: Testsieger der Tisch- und Campinggrills ist der BURNHARD WAYNE mit 97 Punkten.

Die Testsieger

Testsieger sind in der Klasse Tisch- & Campinggrill der BURNHARD WAYNE mit 97 von 100 Punkten, in der Klasse Grillwagen bis 3 Brenner der BURNHARD FRED Deluxe 3-Brenner mit 99 von 100 Punkten und in der Klasse Grillwagen ab 4 Brenner der BURNHARD Big EARL mit 99 von 100 Punkten. Alle 26 Geräte, nach Klassen sortiert: zum Gasgrill-Vergleich.

Quellen

Gerätedaten: Herstellerangaben und Angebote, Stand 04.11.2026. Wir kaufen die Geräte nicht und messen nicht selbst. Zum Gasgrill-Vergleich · Zur Kaufberatung

Redaktion: Leon Mooy · Daten und Quellen abgerufen am 04.11.2026