Ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel muss selbst wissen, wo der Rasen endet. Dafür nutzen die Hersteller Satellitenortung mit RTK, LiDAR oder Kameras – oft gemischt. Was das heißt und was die Geräte im Vergleich dafür brauchen.
Die Stiftung Warentest teilt die Navigation in vier gängige Varianten ein (Stiftung Warentest, „So navigieren Mähroboter“). Umgebungsbasiert arbeitende Roboter erkunden die Umgebung mit Sensoren – je nach Modell mit Lidar, Kameras und Ultraschallsensoren. Satellitengestützt heißt: Eine Satellitenantenne ergänzt den GPS-Empfang des Roboters und ermöglicht zentimetergenaues Navigieren. Hybride Geräte verbinden beides; die optischen Sensoren können übernehmen, wenn das Satellitensignal schwach ist. Die vierte Variante ist der Begrenzungsdraht: Solche Modelle mähen in einem per Draht begrenzten Bereich, oft nach dem Zufallsprinzip und nicht in regelmäßigen Bahnen.
In unserem Vergleich stehen 17 Geräte ohne und 5 mit Begrenzungskabel. Die Zuordnung der Technik folgt dem Wortlaut des Herstellers: Nennt er „RTK“, „GNSS“ oder „Satellitenortung“, zählen wir das Gerät zu RTK, bei „LiDAR“ zu LiDAR, bei „Kamera“, „Vision“ oder „Sichtsystem“ zur Kamera. Nach diesem Wortlaut arbeiten alle 17 Geräte ohne Kabel mit einer Kamera, 6 davon zusätzlich mit LiDAR und 4 mit RTK.
RTK steht für „Realtime Kinematic Positioning“: Die Satellitenortung wird mit Korrekturdaten verfeinert. Wie das im Großen funktioniert, beschreibt die Vermessungsverwaltung für ihren Dienst SAPOS: Rund 276 Referenzstationen der Bundesländer empfangen ständig die Signale der Satellitensysteme GPS, GLONASS, Galileo und Beidou; daraus werden Korrekturdaten berechnet und über das Internet bereitgestellt. Das ermögliche eine „zentimetergenaue satellitengestützte Positionsbestimmung“ (AdV, SAPOS HEPS). Geobasis NRW nennt dafür eine Lagegenauigkeit von 1 bis 2 cm; die Korrekturdaten werden über Mobilfunk abgerufen (Geobasis NRW). Welche Korrekturdienste die Hersteller der Mähroboter nutzen, steht nicht in unseren Daten.
Für den Garten gibt es zwei Bauarten. Bei der einen steht eine eigene Antenne auf dem Grundstück. Sie und der Mäher brauchen laut Stiftung Warentest „möglichst freie Sicht in den Himmel“, was bei Gärten mit dichten Bäumen oder großen Überdachungen schwierig sein kann. Im Vergleich verlangt das der Segway Navimow i105E: Die Antenne gehört dort zum Lieferumfang und wird im Garten aufgestellt.
Bei der anderen Bauart kommen die Korrekturdaten aus dem Netz. Worx beschreibt das für sein Gerät so: „Im Gegensatz zu herkömmlichen RTK-Systemen, die eine physische Basisstation im Garten erfordern, empfängt Vision Cloud die Korrekturdaten direkt aus der Cloud.“ (Worx, Produktseite WR306E) Ohne eigene Antenne arbeiten im Vergleich Mammotion LUBA 3 AWD 3000, Segway Navimow i205 AWD und Worx Vision Cloud WR306E. Dafür braucht das Gerät eine Datenverbindung – und die kann nach einer Freiphase Geld kosten. Was die Hersteller dazu schreiben, steht in der Tabelle unten.
LiDAR steht für „Light Detection and Ranging“; die Stiftung Warentest nennt es eine radarähnliche Technik. Der Roboter erkundet damit seine Umgebung, statt sich an Satelliten zu orientieren. Im Vergleich nennen 5 Geräte LiDAR und Kamera, aber kein RTK: Dreame A2 1200, ECOVACS GOAT A1600 LiDAR PRO, Mammotion YUKA mini 2 800 LiDAR, MOVA LiDAX Ultra 1200 und MOVA ViAX 500. LiDAR, Kamera und RTK über das Netz zusammen nennt der Mammotion LUBA 3 AWD 3000.
8 Geräte im Vergleich nennen weder RTK noch LiDAR, sondern nur eine Kamera: Bosch VISIMOW18V-100, eufy C15, eufy E15, LawnMaster OcuMow, Mammotion YUKA mini 2 500, Sunseeker V1, TerraMow V600 und Worx Vision WR206E.1. Die Hersteller geben der Technik eigene Namen, vom „Dreifachkamera-KI-Sichtsystem“ bis zur „Stereovision“; was dahintersteht, lässt sich aus den Unterlagen nicht vergleichen.
Zwei dieser Geräte sind ein Sonderfall: Bosch VISIMOW18V-100 und LawnMaster OcuMow erkennen den Rasen mit der Kamera, fahren ein zufälliges Mähmuster und haben keine Ladestation. Beide arbeiten laut Anleitung nur bei Tageslicht. Sie stehen in der Klasse ohne Begrenzungskabel, sind aber keine klassischen Mähroboter mit Ladestation.
| Gerät | Einordnung | Navigation im Wortlaut | Eigene Antenne nötig | Laufende Kosten für Netz-RTK oder Mobilfunk |
|---|---|---|---|---|
| Segway Navimow i105E | RTK mit eigener Antenne | EFLS 2.0: Satellitenortung über eigene GNSS-Antenne plus Kamera | ja | entfällt |
| Mammotion LUBA 3 AWD 3000 | RTK über das Netz | 360°-LiDAR-Modul und AI Vision und NetRTK (EU-Modelle) | nein | NetRTK: „kann während des gesamten Produktlebenszyklus kostenlos genutzt werden“. Mobilfunk: „3 Jahre kostenloses 4G-Datenvolumen. Danach ist ein Abonnement erforderlich.“ Laut Herstellerseite baut der NetRTK-Dienst auf dem 4G-Dienst auf. |
| Segway Navimow i205 AWD | RTK über das Netz | EFLS (Netzwerk-RTK + Vision) | nein | „Der Network-RTK-Zugang ist ohne zusätzliche Kosten im Preis enthalten, die erforderlichen mobilen Daten werden kostenlos bereitgestellt.“ Für App-Steuerung und Diebstahlschutz über 4G: ein Jahr kostenlos, danach 29,99 € pro Jahr (Herstellerseite). |
| Worx Vision Cloud WR306E | RTK über das Netz | Kamera (V-SLAM) + RTK über die Cloud | nein | „Lebenslanger RTK-Cloud-Service – ohne Zusatzkosten.“ |
| Dreame A2 1200 | LiDAR und Kamera | OmniSense 2.0: 3D-Ultra-Sensorsystem (360°-3D-LiDAR) mit KI-Kamera | nein | „Echtzeit-Tracking per 4G mit 1 Jahren kostenloser Daten“; Datenblatt: „Link-Modul 1 Jahre kostenlose Nutzung“. Was danach anfällt, nennt die Seite nicht. |
| ECOVACS GOAT A1600 LiDAR PRO | LiDAR und Kamera | HoloScope 360: Dual-LiDAR (360°-LiDAR + 3D-ToF-LiDAR) + KI-Kamera | nein | entfällt |
| Mammotion YUKA mini 2 800 LiDAR | LiDAR und Kamera | 360°-LiDAR-Modul und AI Vision | nein | entfällt |
| MOVA LiDAX Ultra 1200 | LiDAR und Kamera | UltraView 2.0: 360° 3D-LiDAR + KI-Vision | nein | entfällt |
| MOVA ViAX 500 | LiDAR und Kamera | UltraEyes 2.0: AI Dual-Vision + 360°-LiDAR | nein | entfällt |
| Bosch VISIMOW18V-100 | nur Kamera | Kamera (SmartVision-Graserkennung) + Ultraschall- und Stoßsensoren; zufälliges Mähmuster, keine Ladestation | nein | entfällt |
| eufy C15 | nur Kamera | Kamera („TrueVision“) (laut Angebot) | nein (laut Angebot) | entfällt |
| eufy E15 | nur Kamera | Kamera (Stereovision) | nein | Die Anleitung nennt ein Mobilfunkmodul (LTE), aber keine Kosten. |
| LawnMaster OcuMow | nur Kamera | Kamera-Graserkennung + Ultraschallsensoren; zufälliges Mähmuster, keine Ladestation | nein | entfällt |
| Mammotion YUKA mini 2 500 | nur Kamera | Dreifachkamera-KI-Sichtsystem | nein | entfällt |
| Sunseeker V1 | nur Kamera | Kamera (monokular, VSLAM) | nein | entfällt |
| TerraMow V600 | nur Kamera | TerraVision 2.0: Triple-Kamera-KI-Vision | nein | „Free Gift: 1G Traffic Package – The 4G cellular traffic package is valid for one year.“ Was danach anfällt, nennt die Seite nicht. |
| Worx Vision WR206E.1 | nur Kamera | Kamera (KI-Rasenerkennung), ohne Kartierung | nein | entfällt |
Die Spalte „Laufende Kosten“ gibt wieder, was der Hersteller zu Netz-RTK und Mobilfunk schreibt. Bei 2 Geräten nennt der Hersteller nach einer Freiphase laufende Kosten, bei einem Gerät bezeichnet er den Dienst als dauerhaft kostenlos; bei 3 weiteren Geräten mit Mobilfunk nennt er die Kosten nach der Freiphase nicht. Stand der Auswertung: 13.10.2026.
Das lässt sich aus Herstellerangaben nicht beantworten, und wir prüfen die Geräte nicht selbst. Die Stiftung Warentest hat die Techniken nach eigenen Angaben vergleichend geprüft und nennt für jede Vor- und Nachteile; bei hybrider Navigation habe das Zusammenspiel der Techniken gut funktioniert (Stiftung Warentest, „So navigieren Mähroboter“, 23.03.2026). In ihrer Tabelle vom 23.03.2026 stehen 14 Mähroboter, darunter acht Modelle ohne Begrenzungsdraht; die Noten reichen von Gut bis Mangelhaft, die Einzelergebnisse sind nur gegen Bezahlung lesbar (Stiftung Warentest, 23.03.2026).
Für die eigene Entscheidung helfen drei Fragen. Gibt es im Garten freie Sicht zum Himmel? Wenn nicht, spricht das gegen ein Gerät, das allein auf Satelliten setzt. Gibt es an der Ladestation WLAN oder Mobilfunk? Netz-RTK braucht eine Datenverbindung. Und soll der Roboter auch bei wenig Licht fahren? Dann lohnt der Blick in die Anleitung – und in den Ratgeber zu Betriebszeiten und Igeln.
Gar nicht: Bewertet werden die Sterne der Käufer und – innerhalb der Klasse – Rasenfläche, maximale Steigung und Schnittbreite. Nach Punkten liegt in der Klasse ohne Begrenzungskabel der eufy E15 vorn. In der Klasse mit Begrenzungskabel führt der Worx Landroid WR147E.1. Eine maximale Steigung ist nicht als Zahl belegt; dieses Kriterium zählt bei ihm mit 0. Wie gerechnet wird, steht in der Methodik; was bei Fläche, Steigung und Schall zu beachten ist, in der Kaufberatung.
Gerätedaten: Herstellerangaben und Angebote, Stand 13.10.2026. Wir kaufen die Geräte nicht und prüfen sie nicht selbst. Zum Mähroboter-Vergleich · Zur Kaufberatung